Der Super-GAU für Game-Designer – Nachteile des viralen Marketings für Werbespiele

Xing Flashgame Werbespiel: Save the sacked - Rette die Gefeuerten. Bildquelle: savethesacket.comDie Vorteile einer viralen Marketing Aktion können extrem schnell ins Gegenteil umschlagen. Im Jahre 2009 veröffentlichte zum Beispiel das Business Portal Xing AG das nur viral beworbene Werbespiel „Save the sacked“.

Heftige Proteste zwangen damals das Business-Netzwerk Xing innerhalb von 24 Stunden das Werbespiel vom Netz zu nehmen.

In dem Werbespiel sollten Spieler Menschen retten, die aufgrund der Wirtschaftskrise von ihrem Chef gefeuert und von ihm aus den Fenstern eines Hochhauses in die Tiefe geworfen wurden.
Die Spieler konnten diese armen Seelen nur vor dem sicheren Tod retten, indem sie ihnen einen Fallschirm von der Xing AG mit auf den Weg gaben.

Xing Flashgame: Save The sacked – Rette die Gefeuerten.

Aus der Beschreibungsseite der damaligen Xing savethesacked.com Spieleseite:

Das (Gewinn-) Spiel „savethesacked“ hat bei einigen Internet-Nutzern zu negativen Assoziationen geführt. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, das Spiel offline zu nehmen.

Worum geht es in dem Spiel?
In Savethesacked.com wurde karikaturistisch überzeichnet dargestellt, wie gefeuerte Mitarbeiter aus Fenstern geworfen wurden. Durch Anklicken dieser Personen konnten Spieler diesen Personen einen XING-Fallschirm umschnallen und sie so vor einem beruflichen Absturz bewahren.

In einem Interview äußerte ein Xing-Sprechers sich zu dem Vorfall wie folgt:

Die im Rahmen der Dachmarkem-Kampagne platzierte Website, erstellt in Zusammenarbeit mit der Agentur Deepblue, habe ungewollte „Irritationen“ hervorgerufen, so Xing-Sprecher Thorsten Vespermann gegenüber HORIZONT.NET. Die in dem Spiel eingesetzten „Metaphern“ seien offenbar nicht von allen allen Nutzern verstanden worden. Um weitere Irritationen zu vermeiden habe man die Website daher abgeschaltet.

Das nachfolgende Video von Boocompany.com vermittelt einen kleinen Einblick in das damalige Spiel.

Mal abgesehen von „Irritation“ und „Metaphern“ stellt sich hier hauptsächlich die Frage, wie sich der zuständige Game-Designer (wenn es ihn denn für das Werbespiel gab) so etwas überhaupt ausdenken konnte. Die Grenzen des guten Geschmackes sind also ziemlich schnell erreichbar – auch wenn es nur ein kleines Werbespiel für einen großen Auftraggeber ist.

Nicht jede Werbeagentur ist in der Lage Yeti-Sports zu bauen
Hier wage ich mal die Behauptung, das ein Game-Designer sich der Konsequenz und Tragweite seines Schaffens bewusst sein sollte und dies für ein Werbespiel – und zwar im Sinne des Auftraggebers – schon weit im Vorfeld zu berücksichtigen hat.
Dies insbesondere dann, wenn man seinen Namen in den Credits eines Spieles sehen möchte ohne Bauchschmerzen zu bekommen.

Und die Moral von der Geschichte? Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Bäcker backen Brötchen, Dachdecker decken Dächer, Web-Agenturen bauen Webseiten, Werbe-Agenturen machen Werbung und … Game-Designer konzeptionieren Spiele.

So einfach kann das sein. Wäre ja auch blöd, wenn jeder alles kann. Oder etwa nicht?


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